AUS WALD DEN ES MIT BLUT SPRENGT STÜRZT DAS REH

Juliane Behneke, Sofia Borsani, Aline Dönselmann, Jakob Engel, Philipp Kronenberg, Oliver Lau, Judith Nebel, Jan Reiser, Markus Sehl, Jan Philipp Stange, Heiko Stubenrauch

Untertitel: englisch | Dauer: 44:45

„SEHEN HEISST DIE BILDER TÖTEN“ (Heiner Müller)

Fünf Schauspieler*innen und ein Regisseur proben in einem Haus in der schwedischen Provinz an dem Theaterstück ‚Anatomie Titus Fall of Rome – Ein Shakespearekommentar‘ von Heiner Müller. Zwei Kameras begleiten sie, dokumentieren die Proben und Gespräche und werden schließlich in die Darstellungsversuche der Theatermacher mit einbezogen. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage nach der Darstellbarkeit von der vergewaltigten und verstümmelten Lavinia, einer Schlüsselfigur des Stücks. Diese Frage führt die Akteure an die Grenze ihrer Bilder und damit ihrer Kunst.

Die Szenen werden zum Schauplatz einer Auseinandersetzung zwischen Film und Theater, in der schließlich die Darstellung selbst aufs Spiel gesetzt wird. Die Grenzen zwischen den Akteuren und den Rollen verschwimmen, Kunst und Gewalt, Film und Theater überblenden sich zu einem merkwürdigen medialen Durcheinander [Hybrid]. Das entstandene Filmmaterial stellt die Frage nach dem Bild neu. Der Film rekonstruiert die Proben und die Gespräche, in die die Fiktion des Theaterstücks immer wieder einbricht. In diesen Grauzonen der Darstellung spielen die Akteure sich selbst und sind doch immer jemand anderes. Denn ein Spiel ist es nur, wenn man nicht weiß, ob es ein Spiel ist.

„TO LOOK MEANS THE SAME AS KILL THE PICTURES“ (Heiner Müller)

Five actors and actresses and a director rehearse the play ‚Anatomy Titus: Fall of Rome – A Shakespeare commentary‘ by Heiner Müller in a house out in the province of Sweden. Two cameras document the rehearsals and conversations and finally become a part of the actors’ attempts at acting. Just how to present the raped and mutilated Lavinia – key figure in the play – is a central issue in the debate which brings the actors to their limits with regard to their expressive capabilities.

The scenes become an arena for the interaction between film and theatre which finally puts the whole production at risk. The boundaries between the actors and their role characters become blurred; art and violence, film and theatre cross-fade into a weird mix of media [hybrid]. The resulting footage poses the quest for an image anew. The film reconstructs the rehearsals and conversations which are continually interfused by the fictitious play. Amidst of the grey areas of this play, the actors play themselves and yet they are always someone else. It’s only a play, after all, if you aren’t sure whether it’s being played.

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